Die großen europäischen Institute verzeichneten im ersten Quartal 2025 deutliche Zuwächse, die vor allem auf ein höheres Handelsvolumen in einer Phase weltweiter Unsicherheit zurückzuführen sind. Laut einem Bericht von Morningstar DBRS steigerten Banken wie Barclays, BNP Paribas, Deutsche Bank, HSBC und UBS ihre Erträge im Kapitalmarktgeschäft. Der Anstieg resultierte vor allem daraus, dass mehr Kund*innen angesichts abrupter Marktbewegungen handelten, ausgelöst durch neue US-Handelspolitiken und anhaltende geopolitische Spannungen.
Starker Jahresauftakt im Kapitalmarktgeschäft
Im Vergleich zum Schlussquartal 2024 kletterten die Kapitalmarkterträge um 39 %. Auf Jahressicht lagen sie 15 % höher. Die Handelsabteilungen verzeichneten eine der geschäftigsten Phasen der vergangenen Jahre, weil Investor*innen auf plötzliche Veränderungen bei Zinsen, Wechselkursen und politischen Nachrichten reagierten. Das half den Banken, sich von schwächeren Ergebnissen im Jahr 2024 zu erholen, insbesondere in Bereichen rund um Staatsanleihen- und Devisenhandel.
Investmentbanking tritt auf die Bremse
Während das Handelsgeschäft starke Ergebnisse lieferte, hinkte das Investmentbanking hinterher. Weniger Unternehmen brachten neue Aktien oder Anleihen an den Markt, und auch Fusionen und Übernahmen gingen zurück. Diese Flaute wurde auf die Marktunsicherheit zurückgeführt, die viele Firmen dazu brachte, große Entscheidungen zu vertagen. Entsprechend sanken die Gebühren aus Emissionsbegleitung und Beratungen.
Uneinheitlicher Ausblick für die kommenden Monate
DBRS rechnet damit, dass europäische Banken weiterhin solide Einnahmen aus dem Handel erzielen, solange das Marktumfeld unberechenbar bleibt. Schon im April zeigte sich eine der höchsten Volatilitäten seit der Pandemie, was den Handelsabteilungen zugutekommen könnte. Dennoch bleibt der Ausblick für das Deal-Geschäft schwach. Unternehmen dürften abwarten, bis mehr Klarheit herrscht, bevor sie an die Märkte zurückkehren.
Unsicherheit bringt Risiko und Chance zugleich
Der Bericht hebt hervor, dass die hohe Volatilität zwar die Handelserträge antreibt, gleichzeitig aber andere Geschäftsbereiche belastet. Ohne mehr Stabilität in der Weltpolitik und der Wirtschaftspolitik dürften Aktivitäten wie Aktienemissionen und M&A verhalten bleiben. Derzeit holen die Banken das Beste aus der Unsicherheit heraus, doch ein ausgewogenes Wachstum über alle Sparten hinweg bleibt vorerst außer Reichweite.

