SoftBank Group hat an zwei Handelstagen rund 27 Milliarden € an Börsenwert eingebüßt.
Der Kursrutsch, bei dem die Aktie zeitweise um bis zu 22 % nachgab, geht auf wachsende Zweifel der Anleger an den hohen Bewertungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zurück.
Die Verkaufswelle, die in den Vereinigten Staaten ihren Anfang nahm, erfasste anschließend globale Technologie– und Halbleitermärkte und setzte zahlreiche Schwergewichte unter Druck. In Japan sackten die SoftBank-Papiere am Mittwoch um mehr als 14 % ab, nachdem sie bereits am Dienstag um 7 % gefallen waren.
Der starke Kursverlust des Tech-Konzerns schlug überproportional auf den Nikkei durch, in dem SoftBank stark gewichtet ist.
Auch das Vermögen von SoftBank-Chef Masayoshi Son litt: Sein Nettovermögen schrumpfte Schätzungen zufolge um rund 111 Milliarden €.
KI-Branche unter Beobachtung
Der aktuelle Kursrücksetzer wird in erster Linie durch die Sorge ausgelöst, dass die hohen Bewertungen von KI-Unternehmen auf Dauer nicht haltbar sind.
Viele dieser Firmen werden zu Umsatz-Multiplikatoren gehandelt, die Analysten inzwischen für überzogen halten – Parallelen zur Dotcom-Blase der späten 1990er-Jahre werden gezogen.
Der Absturz traf eine ganze Reihe von Tech-Unternehmen mit KI-Bezug.
So büßten die Aktien des US-Datenanalysehauses Palantir Technologies trotz besser als erwarteter Zahlen mehr als 8 % ein.
Auch Chiphersteller wie NVIDIA und AMD verzeichneten Kursverluste. In Asien gaben Schwergewichte wie Samsung Electronics, der südkoreanische Speicherproduzent SK Hynix und die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) deutlich nach.
Zwischen Kursgewinnen und Marktanpassung
SoftBank ist stark im KI-Sektor engagiert. Zum Portfolio gehören eine Mehrheitsbeteiligung am Chip-Designer Arm Holdings sowie die jüngste Übernahme von Ampere Computing, einem US-Entwickler von Cloud-Prozessoren.
Die Marktbereinigung hinterlässt Spuren: Der sinkende Kurs von Arm Holdings verringerte den Gesamtwert des Konglomerats zusätzlich.
Trotz der jüngsten Schwankungen sehen Analysten SoftBank langfristig gut aufgestellt; auf Jahressicht steht immer noch ein kräftiges Plus.
Aktuell laufen die Märkte in eine Anpassungsphase, in der Anleger das Potenzial der KI neu gegen die Bewertungen abwägen. Der Blick richtet sich nun auf US-Konjunkturdaten, die Hinweise auf eine Stabilisierung liefern könnten.

